Kurzfassung

Im Jahr 2009 jährte sich der Geburtstag von einem der größten Staatsmänner die Bayern je hatte, zum 250. Mal. Dass sich der Staatsmann Graf Maximilian Joseph von Montgelas in München-Bogenhausen von dem zu Lebzeiten schon berühmten Landschaftsarchitekten, Friedrich Ludwig von Sckell, einen der größten und schönsten Kunst- und Kulturgärten anlegen ließ, wird heute beinahe übersehen.

Leider ist dieser Garten heute fast spurlos verschwunden. Um das Vergessen dieser verloren gegangenen Münchner Kostbarkeit aufzuhalten, und an das Wirken dieser beiden wichtigen Persönlichkeiten zu erinnern, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Rekonstruktion und Visualisierung einer ihrer Schöpfungen.


Die Arbeit wird in drei Schritten durchgeführt. In der Recherchephase werden Informationen in Archiven und Bibliotheken gesucht. Die gefundenen Quellen werden eingehend auf Verbindungen und Zusammenhänge geprüft und miteinander in Beziehung gesetzt. So werden Persönlichkeiten, die für die Entwicklung und Überlieferung der Gartenanlagen bedeutend waren ebenso erläutert, wie die Entstehungsgeschichte der Ortschaft Bogenhausen. Ein weiteres Kapitel stellt die Entstehung der Gartenanlagen dar.


Die wichtigsten Quellen für die Rekonstruktion waren zwei Pläne aus den Archiven des Vermessungsamtes München aus dem Jahr 1886 und eine Gartenbeschreibung des königlichen Botanikers Aloys Sterler. Weitere Quellen, die für die Einordnung der Gartenentstehung eine bedeutende Rolle spielen, waren die Berichtshefte des Obergärtners Seimel an den Grafen Montgelas und ein im Jahr 1833 vom Gartenkünstler J.C. Loudon veröffentlichter Gartenplan. Im Zuge der Quellenvergleiche finden sich viele Anzeichen, dass der Plan Loudons wahrscheinlich eine Kopie des Sckellschen Planes darstellt.


Die durch die Auswertung und Verknüpfung der Rechercheergebnisse gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend für die Rekonstruktion verwendet. Hier werden die gesammelten Informationen genutzt, um eine Plangrundlage zu erstellen, die die bestätigten Elemente beinhaltet. Dieser Plan wird mithilfe digitaler Katasterpläne verortet und stellt wiederum, zusammen mit den Höhendaten des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation, die Grundlage für das digitale Geländemodell dar.


Auf der Basis dieses Modells wird anschließend die Visualisierung durchgeführt. Ausstattungselemente, wie Bäume, Gebäude und Brücken werden konstruiert und in das Modell eingefügt. So entsteht eine virtuelle Rekonstruktion, die für weitere Präsentationszwecke genutzt werden kann. Ein Rundgang durch den Garten entlang der Gartenbeschreibung von Sterler wird möglich.


Da sich im Laufe dieser Arbeit weitere Quellen und Forschungsaussichten eröffnet haben, können nachfolgende Untersuchungen diese Arbeit als Grundlage nutzen, um weitere Details über den Naturgarten des Grafen Montgelas ans Licht zu bringen.

 

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